Zur Person

 

B.JohannsenBjörn Johannsen ist diplomierter Orchesterschlagzeuger (Universität der Künste Berlin) und studierter Kulturmanager (Hochschule für Musik und Theater Hamburg). Nach seiner Anstellung bei einer strategischen Unternehmensberatung war er viele Jahre in der Funktion des Strategie- und Entwicklungsplaners an der Musikhochschule Lübeck tätig. Parallel dazu gründete er 2012 die Kulturberatung Fishberg. Zurzeit lebt er im Kloster Triefenstein und widmet sich dort seiner Dissertation.

 

Betreuer

Prof. Dr. Friedrich Loock (Institut für Kultur- und Medienmanagement Hamburg) Prof. Dr. Rainer Zimmermann (Hochschule Düsseldorf)

Björn Johannsen über sein Thema

 „Die Dissertation wird aus zwei zentralen Teilen bestehen. Im ersten Teil wird der Frage nachgegangen, was Strategie tatsächlich ist und welche Wesenszüge sie besitzt. In den letzten Jahren erhielt dieser Begriff viel Aufmerksamkeit. Unzählige Definitionen sind zu finden. In einigen Aspekten ähneln sie sich, in anderen wiederum bewegen sie sich auseinander. Ziel ist es, die ursprünglichen Charaktereigenschaften der Strategie aus verschiedenen Disziplinen wie der Wirtschaftswissenschaft oder der Militärgeschichte zu identifizieren und aus ihnen ein Modell mit allgemeingültigerem Charakter zu entwickeln.

  Erst im zweiten Teil wird das Modell auf ein spezielles Feld übertragen: Das Feld der öffentlich finanzierten Kultureinrichtungen mit ihren Eigengesetzlichkeiten wie denen des Kultur- und Bildungsauftrags, der finanziellen Zuwendungen oder ihres Standes als meritorische Güter. Besteht in der freien Marktwirtschaft das Zielsystem – als eines der Wesenszüge von Strategie – aus Parametern wie Gewinn, Umsatz oder Marktanteil, definiert sich das Zielsystem von Kultureinrichtungen anders. Somit muss in dem zweiten Teil der Arbeit diesen Besonderheiten Rechnung getragen und Themen beleuchtet werden wie das der Ästhetik und der Qualität, aber ebenso kulturpolitische und gesellschaftliche Fragen zu Kunst und Kultur einfließen.   Das Modell an sich und für das kulturelle Feld im besonderen sollen belegen, wie wichtig die Fähigkeit des strategischen Denkens im Sinne eines in sich stimmigen Gesamtbildes und der auf sich beziehenden Maßnahmen ist, um eine Kongruenz zwischen dem eigentlichen Zweck einer Einrichtung und ihrem Zielsystem herzustellen. Mögliche Defizite im strategischen Denken sollen durch die Ergebnisse der Dissertation minimiert werden und eine Hilfe für Kulturinstitutionen und deren strategischer Arbeit sein.