Am Montag, den 12. Dezember 2016 verteidigt unsere Promovendin Jenny Svensson ihre Doktorarbeit. Die Disputation findet als öffentliche Veranstaltung um 15:00 Uhr im Tanzsaal des Instituts statt. Gäste melden sich bitte bei Andrea Burmeister (burmeister@kmm-hamburg.de) an.

Thema der Dissertation im Promotionsfach Kulturmanagement: „Die Kunst, Kultur (nicht nur) zu messen. Forschungsstudie zu Methoden und Prozessen der Evaluation an öffentlichen Theatern der Region Skåne in Südschweden“.

Promotionskommission:

Prof. Dr. Nina Noeske (Vorsitz),

Prof. Dr. Reinhard Flender (Erstgutachter),

Dr. Rikard Hoogland (Zweitgutachter, Universität Stockholm)

Promovendin Jenny Svensson Foto: Oliver Borchert

Promovendin Jenny Svensson
Foto: Oliver Borchert

 

Jenny Svensson absolvierte ihr Studium des Kultur- und Medienmanagements an der Hochschule für Musik und Theater im Jahre 2004. Danach war sie acht Jahre freiberuflich als Theaterproduzentin, Projektleiterin und Veranstaltungsmanagerin tätig. In der Zeit der wissenschaftlichen Mitarbeit an der Hochschule für Musik und Theater forschte sie ab 2012 bis 2016 über Evaluation im öffentlich geförderten Kulturbereich. Im Zentrum der Forschung stand die Frage nach dem Gegenstand von Evaluationsprozessen am Theater sowie nach den Funktionen von Evaluation. Anhand von Fallbeispielen aus der Region Skåne in Schweden wurde empirisches Material gesammelt und mittels qualitativer Inhaltsanalyse ausgewertet.

Jenny Svensson über ihre Arbeit:

„Meine Forschung hatte ihren Ausgangspunkt in der Frage, was Kunst und Kultur der modernen europäischen Gesellschaft wert ist: Soll der Kulturbereich wie andere gesellschaftlich relevante Bereiche sich darauf einlassen, nach Effizienz und in Euros gemessen zu werden? Oder können kulturelle Werte und der Grad von Zielerreichung bei künstlerisch tätigen Betrieben anders gemessen bzw. bewertet werden als in Punkten und Zahlen? Kurz gesagt geht es um die Kunst Kultur zu messen und um die Frage nach der Evaluierbarkeit von künstlerischer und kultureller Arbeit in öffentlich geförderten Institutionen. Um dies zu erforschen untersuchte ich die Evaluationspraxis der Region Skåne in Schweden in den Jahren 2004 bis 2014. Dabei konzentrierte ich mich auf den Theaterbetrieb (inklusive Tanztheater, Ballett und Oper).

Jeder öffentlich geförderte Betrieb in Schweden muss sich an den nationalen kulturpolitischen Zielen Schwedens orientieren und aufzeigen, wie diese Ziele durch die Institution erfüllt werden. Da diese Ziele verständlicherweise eher weit gefasst sind (wie z.B. dass das Recht aller Kinder und Jugendlichen an Kultur besondere Berücksichtigung finden soll) müssen diese operationalisierbar gemacht werden. Ich untersuchte zunächst welche kulturpolitischen Ziele für die öffentlichen Theater relevant sind, um in einem zweiten Schritt zu sehen, wie die Ziele in Evaluationsmaßnahmen berücksichtigt werden. Ziel war auch herauszufinden, wozu die verschiedenen Evaluationsmaßnahmen geführt haben und welche Funktionen sie erfüllen. Dabei berücksichtigte ich sowohl die Perspektive der Kulturinstitutionen und der dort tätigen Künstler und Angestellten (Leitung, Dramaturgie, Produktion, Öffentlichkeitsarbeit etc.) als auch die Perspektive der Kulturpolitik und Kulturverwaltung bzw. der Geldgeber.“